Wettbewerbsleitung bei Henning Larsen Berlin / Kopenhagen; eingeladener, städtebaulicher Wettbewerb
Magnum Areal, Osnabrück
Die Osnabrücker Macherei transformiert das ehemalige Magnum-Areal in ein zukunftsweisendes, urbanes Ökosystem. Die Nutzungen Arbeiten, Wohnen und Produktion werden unter einem konsequenten Nachhaltigkeits-Paradigma und vereint und soein resilientes Quartier mit eigener Identität geschaffen.
Identitätsstiftender Bestand: Der Erhalt von ausgewählten Bestandsgebäuden trägt darüber hinaus zur Identitätsbildung des neuen Quartiers bei. Sie zeugen von der industriellen Vergangenheit.
Vernetzung: Das neue Quartier nimmt starken Bezug zum bestehenden grün-blauen Korridor entlang der Klöckner Hase auf, der aktiv in das Gebiet hineingezogen wird. Die neue grüne Diagonale verbindet den Wald mit der biodiversen Natur des Wasserreservoirs und rückt damit Qualitäten aus der Natur ins Innere des Quartiers.
Flexibilität: Die «Osnabrücker Macherei» ist entwicklungsoffen - eine Stadt im Entstehen. Während das Raster den Rahmen für Straßen und öffentliche Räume vorgibt, können die durch die Struktur entstehenden Baufelder mit unterschiedlichen Typologien und Nutzungen belegt werden.
NUTZUNGSKONZEPT: Synergien nutzen
Die «Osnabrücker Macherei» sieht eine ausgewogene Nutzungsmischung vor. Die verschiedenen Funktionen werden auf der Ebene des gesamten Gebietes, der Baufelder und der Gebäude sinnvoll durchmischt. Dabei werden Synergien genutzt (Lärmschutz, Verkehrsbündelung, Abwärmenutzung) und Zielkonflikte gelöst. Die produktiven Bausteine werden in das Quartier so integriert, dass sie sichtbar und erfahrbar sind (Schaufenster bei den großen Modulen, Werkstätte und Maker’s Spaces in den Wohnblöcken). Die Erdgeschosszone konzentriert publikumswirksame Nutzungen entlang der Umweltverbundachse. Insbesondere am Quartiersplatz kommen verschiedene Nutzungen zusammen (Kulturdreherei, Nahversorgung, Arztpraxen, Osnabrücker Läden, Repaircafè).
NACHHALTIGKEITSKONZEPT: Für Mensch und Planet
Die «Osnabrücker Macherei» strebt in vielerlei Hinsicht eine nachhaltige Entwicklung an, um bis 2039 Klimaneutralität zu erreichen. Zentral sind dabei die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN. Sie bilden die Grundlage für die drei zentralen Handlungsfelder der GMH GmbH: Produkt, Mensch und Ressource. Die Grafik zeigt die spezifischen entwurfsleitenden Prinzipien, die die Kernwerte der GMH- Nachhaltigkeitsstrategie entsprechen, und sowohl den ESG-Kriterien als auch der Europäischen Taxonomie zugeordnet werden.
KLIMAANPASSUNGSKONZEPT: Räume für Wasser und Luftaustausch
Die Osnabrücker Macherei begegnet dem Klimawandel mit einer resilienten Schwammstadt-Struktur. Durch den Erhalt des angrenzenden Waldes und eine gezielte Ost-West-Ausrichtung der Straßenzüge werden natürliche Kaltluftschneisen geschaffen, die das Quartier effektiv kühlen. Ein innovatives Wassermanagement ermöglicht mit einem Retentionsvolumen von 3.990 m³ die vollständige Regenwasserbewirtschaftung vor Ort, wobei gereinigtes Wasser direkt für Urban Farming und die Bewässerung genutzt wird. Ergänzt durch ein Sanierungskonzept mittels Lehmmembranen und eine biodiversitätsfördernde Gestaltung, entsteht ein urbanes Ökosystem, das ökologische Sicherheit mit höchster Aufenthaltsqualität verbindet.
Ausloberin
Georgsmarienhütte GmbH
Verfahrensbetreuung büro luchterhandt & partner