Konzept «Kurzfristige Stadtraumaufwertung», Zürich

Die kurzfristige Stadtraumaufwertung leistet in Zürich einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität und zur Förderung der umweltgerechten Mobilität.

Das Konzept ist einer der zentralen Instrumente der Stadt Zürich, um die Vision „Lebenswert bleiben. Klimaneutral werden.“ der Strategie „Stadtraum und Mobilität 2040“ unmittelbar im Alltag sichtbar zu machen. Während klassische Strassenbauprojekte oft Jahrzehnte beanspruchen, ermöglichen diese Massnahmen eine rasche Aufwertung und das Erproben neuer Nutzungsformen im Realbetrieb.

MRUDS hat gemeinsam mit dem Partnerbüro Forward die Stadt Zürich bei der Konzeption und strategischen Ausarbeitung dieses zukunftsweisenden Instruments beraten und die Organisationsentwicklung des Koordinationsgefässes massgeblich mitgestaltet.

Quelle: Tiefbauamt der Stadt Zürich

Kernziele und Mehrwerte

  1. Mehr Lebensqualität durch schnellere Aufwertung: Rasche, niederschwellige Verbesserung durch Sitzgelegenheiten, Begrünung und Schatten; Priorisierung von Fuss- und Veloverkehr durch Neuverteilung des Strassenraums; Gezielte Entsiegelung und Hitzeminderung durch mobile oder temporäre Pflanzungen.

  2. Sensibilisierung und Kommunikation: Steigerung der Akzeptanz für längerfristige oder definitive Nutzungsänderungen durch positive Bilder und Erlebnisse.

  3. Kooperation und Aneignung: Mitwirkung als Chance, um zwischen verschiedenen Interessen zu vermitteln und unterschiedliche Ansichten aufzuzeigen.

  4. Reallabore: Gewinnung von Erkenntnissen für spätere, dauerhafte Bauvorhaben.

  5. Lernende Planung: Optimierung der Prozesse und schnelleres Handeln.

Strategische Projektkategorien

Das Konzept bricht mit starren Planungszyklen und unterscheidet zwischen zwei dynamischen Ansätzen. Den Einstieg bilden temporäre Interventionen, die als kurzfristige, oft saisonale Bespielungen fungieren. Diese zeichnen sich durch hohe Flexibilität und mobile Elemente aus – etwa Pop-up-Piazza. Sie beleben den Raum unmittelbar und testen neue Nutzungen ohne grosses Risiko. Davon abgrenzen lassen sich die Transformationsprojekte. Diese dienen als Brücke für Orte, bei denen langfristig grosse bauliche Veränderungen anstehen. Anstatt den Ist-Zustand bis zum Baubeginn zu konservieren, wird der Raum bereits vorab durch einfache Eingriffe wie Entsiegelungen oder die Umnutzung von Parkplätzen in seiner Qualität gesteigert. Diese Projekte laufen über mehrere Jahre und liefern die empirische Basis für die definitive Gestaltung.

Das Konzept setzt Leitlinien und stärkt departementsübergreifende Koordination.

Die interdisziplinäre Koordinationsstelle

Der grösste Erfolg des Konzepts ist die Etablierung einer departementsübergreifenden Koordinationsstelle. Sie ist der operative Motor, der die Transformation erst ermöglicht:

  • Schnittstellenmanagement: Sie bündelt die Expertise aus Tiefbauamt, Grün Stadt Zürich, Verkehrsplanung und Mitwirkung an einem Tisch, um Übersicht zu schaffen und Koordinationsbedarfe zu erkennen.

  • Beschleunigung: Durch standardisierte Prozesse verkürzt sie die Wege von der Idee bis zur Umsetzung massiv.

  • Lernendes System: Die Stelle fungiert als Wissensspeicher, der Erfahrungen aus den Reallaboren auswertet und für die gesamte Stadtverwaltung nutzbar macht. Damit sichert sie die Qualität und Effizienz der Verfahren, und spricht Zielkonflikte (z.B. zwischen Logistik und Aufenthaltsqualität) agil an.

Referenzbeispiele der Umsetzung

Die kurzfristige Stadtraumaufwertung ist mehr als nur Möblierung – sie ist ein Kulturwandel in der Verwaltung. Dank der neuen Koordinationsstelle fungiert sie als Brücke zwischen Vision und Realität. Sie reduziert den Umsetzungsdruck grosser Projekte und erlaubt es der Stadt, mutig und schrittweise den Weg Richtung Netto-Null einzuschlagen.

Herausgeberin
Stadt Zürich, Tiefbauamt

Projektpartner
Forward Planung und Forschung

Logo of the city of Zurich with a stylized shield and two lions, and the text 'Stadt Zürich'