Forum der Demokratie
Paulsplatz, Frankfurt a.M., Wettbewerbsbeitrag 2. Rang
Als minimaler Eingriff verbindet der neue Pavillon die Paulskirche und die umgestaltete Stadtkämmerei zum städtebaulichen Ensemble – dem Forum der Demokratie. Herzstück ist ein Platz, der als öffentliches Foyer niederschwellig das Forum in den Stadtraum öffnet.
eDie Paulskirche als symbolträchtiger wie architektonisch bedeutsamer Ort wird als Ausgangspunkt gesetzt und räumlich wie konzeptionell zum „Forum“ weiterentwickelt. Das zukünftige „Forum der Demokratie“ umfasst das städtebauliche Ensemble: Paulskirche, alte Stadtkämmerei sowie den neuen Pavillon. Städtebaulich bilden die drei Gebäude einen neuen Platz in ihrer Mitte. Dieser ist Vorplatz, Ankunftsort, Austauschort und öffentliches Foyer in einem – das Herzstück des Forums.
Demokratie bedeutet Vielfalt und Austausch
Vielfalt und Austausch sollen inhaltlich wie räumlich sichtbar und erlebbar werden – in den Gebäuden wie auch außen. Mit städtebaulichen und architektonischen Mitteln werden unterschiedliche, teils niedrigschwellige Begegnungsorte ausgebildet – als zeitgenössische Ergänzung zur Paulskirche.
Der Entwurf verbindet eine nachhaltige und zeitgenössische Baukultur mit dem Ansatz einer respektvollen und behutsamen Weiterentwicklung der historischen Bausubstanz.
Die alte Stadtkämmerei als Zukunftsort
Statt eines kostenintensiven und wenig nachhaltigen Neubaus wird die alte Kämmerei saniert und durch ein neues, transluzentes Dachgeschoss ergänzt. So entstehen moderne, helle und großzügige Ausstellungs- und Veranstaltungsräume und eine Dachterrasse. Gleichzeitig bekommt das Gebäude ein neues, weithin sichtbares Gesicht – und wird mit der Paulskirche zum Wahrzeichen des Forums. Die neue Dachform nimmt in ihrer Kubatur die ursprüngliche Dachgestalt auf – als historische Referenz, ohne dabei historisierend zu sein.
Im Inneren werden angemessene Ausstellungs-, Bibliotheks- und Tagungsräume geschaffen, dabei bleiben die Struktur und die Erscheinung des Kulturdenkmals erhalten. Eine neue Erschließungsebene, die vom Vorplatz durch den Lichthof bis hoch unter das neue Dach führt, verbindet alle Ebenen und macht das historische Gebäude erlebbar.
Der öffentliche Raum als Herzstück der Demokratie
Als neues Herzstück und öffentlicher Ort des Forums wird ein Vorplatz entwickelt, der sich aus der Stadtkämmerei, der Paulskirche und der neuen Serviceinfrastruktur in Form eines modernen Pavillons ergibt. Der Platz fungiert als Dreh- und Angelpunkt des Forums und bietet einen zugänglichen, nahbaren und niedrigschwelligen Anknüpfungspunkt im öffentlichen Raum.
Der Pavillon als räumliche Klammer, nahbarer Ort und Multiplikator
Die filigrane, behutsam gesetzte und offen gestaltete Kleinstarchitektur bildet einen Kristallisationspunkt auf dem Paulsplatz und bespielt ihn in beide Richtungen. Der Pavillon entfaltet trotz des kleinen Eingriffs eine große städtebauliche Wirkung: Er verbindet die beiden bestehenden Gebäude und lässt einen Platz entstehen, der dem menschlichen Maßstab entspricht und durch große Sitzbänke und ein ebenerdiges Wasserspiel eine hohe Aufenthaltsqualität bietet. Im Servicepavillon selbst finden sich Funktionen wie Infobox, Ticketverkauf, eine öffentliche Toilette, ein kleiner Kiosk sowie mobile Bestuhlung. Diese kann genutzt werden, um Veranstaltungen aus den Gebäuden heraus auf den Paulsplatz zu verlagern – wodurch dieser temporär in Richtung Neue Kräme bespielt werden kann.
Ausloberin
Stadt Frankfurt am Main
Verfahrensbetreuung C4C | competence for competitions
Gefördert im Rahmen des Bundesprogramms Nationale Projekte des Städtebaus
Autorinnen und Autoren
Lola Meyer, urbikon
Mateusz Rej, mrud&s (Freiraum)
Sara Czerwinska, Aleksandra Mrowca (Architektur)