Grabenhof – Zwischen Weide, Krebs und Mensch
Kriens, Luzern, Schweiz

Der Grabenhof-Park bildet ein neues, zusammenhängendes und zukunftsfähiges Freiraumsystem im Übergang zwischen Siedlung, Aue und Landschaft. Drei charaktervolle Landschaftsräume – Parkmitte, Feuchtaue und Obstwiesen – ergänzen sich funktional, ökologisch und atmosphärisch. Sie bilden ein vielfältiges Parkökosystem: für hohe Biodiversität, Aufenthaltsqualität und vielfältige Entwicklungsperspektiven.

Feuchtaue (Naturzone):
Kühlend & artenreich, Rückzugsort für Flora und Fauna.

Obstwiesen (Zukunftsfeld):
Kultiviert & gemeinschaftlich, Raum für Aneignung.

Parkmitte (Aktivraum):
Wärmend & aktiv, für Sport und Spiel.

Lebensraumvielfalt & Ha

Der Park verbindet die Grünräume entlang des Schlund- und Schlimmbachs zu einem ökologischen Korridor und stärkt die Lebensraumvielfalt durch drei komplementäre Landschaftstypen. Im Zentrum steht die Habitatsicherung für den dort bereits ansässigen Edelkrebs.

  • Leitstrukturen für Kleinsäuger, Reptilien und Vögel

  • Trittsteine für Insekten und Bestäuber

  • Wassergebundene Habitate (Bach, Totwasser, Röhricht)

  • Gehölzgruppen als Schatten- und Rückzugsräume

Das Ergebnis: ein durchgängiges, resilientes Netzwerk aus Kleinbiotopen, Feuchtstandorten, offenen Wiesenflächen und strukturreichen Säumen.

Nachhaltigkeit

Der Park ist als kreislauforientiertes Freiraumsystem konzipiert. Materialströme werden so weit wie möglich lokal gehalten: Bodenüberschüsse fliessen in Geländemodellierungen und Dämme ein, vorhandene Materialien wie Beton oder Naturstein werden für Fundamente und Sitzkanten wiederverwendet. Die Laube und Spielgeräte entstehen aus Holz aus nachhaltiger Nutzung. Chaussierungen und wassergebundene Beläge minimieren den Anteil versiegelter Flächen und unterstützen die natürliche Versickerung.

Gleichzeitig stärkt der Park die soziale Nachhaltigkeit: Die Laube fungiert als Treffpunkt für Alltag, Feste und Vereine, während Gartenkultur und gemeinschaftliche Aneignung im Zukunftsfeld neue Formen der Nachbarschaftsaktivierung ermöglichen. Der Park bietet Räume für Austausch, Lernen und gemeinsame Verantwortung.

Das Ergebnis: ein ressourcenschonender, langlebiger und sozial verankerter Freiraum, der ökologische, klimatische und gemeinschaftliche Werte dauerhaft stärkt.

Vielfältige Bewegung für alle Generationen
Entlang des Bogenwegs entsteht eine inklusive Abfolge von Spiel- und Sporträumen:

1 Mehrgenerationen-Outdoor-Gym, Boule, Tischtennis
2 Inklusives Spielen: barrierefreie Objekte, Naturspiel
3 Ruhige Bewegung: Sinnespfad, Yoga, Joggen
4 Aneignung: Gärtnern, Bauen, Tüfteln

Klimaaktives, ökologisches Wassersystem
Schlimmbach und Totwasser bilden ein abgestimmtes System aus Retention, Sedimentation, Filterung und Verdunstung. 

20 % Überschwemmungsgebiet
10 % Versiegelungsanteil

Klimakomfort durch Baumschatten und leichte Überdachungen
Klimaresiliente Baumgruppen schaffen grossflächige Verschattung. Die Laube bietet zusätzlichen Sonnenschutz.

25 % des Parks dauerhaft beschattet
Mehrere offene Wiesen

Die Laube

Die Laube ist als gemeinschaftlicher Ankerpunkt und funktionales Herzstück des Parks konzipiert. Ihre Architektur folgt dem Prinzip der Zirkularität: Gefertigt aus nachhaltigem Holz, dient sie als flexibler Raum für alltägliche Begegnungen, Vereinsaktivitäten und gemeinsame Feste. Als hybrider Ort verbindet sie soziale Interaktion mit ökologischem Nutzen.

Das Ergebnis: Ein identitätsstiftender Ort, der soziale Wärme mit baulicher Nachhaltigkeit vereint und als wettergeschützter Rückzugsort die ganzjährige Nutzbarkeit des Parks sichert.

Ausloberin
Stadt Kriens, Präsidialdepartement
Verfahrensbegleitung Büro für Bauökonomie AG 

Autorinnen und Autoren
Mateusz Rej, mrud&s (Wettbewerbsleitung, Entwurf)
Lili Szabo, Paris (Architektur)
Lise Leménorel, Atelier Dédalles (Illustrationen Laube und Bach)